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Endlich zu Hause – und dann?

Kategorien: Thema des Monats
27.07.2016
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Wenn ich an unsere Heimreise nach der Geburt meines Sohnes denke, werde ich immer richtig sentimental. Wir durften sie schon vier Stunden nach der Geburt antreten, ich habe also im Krankenhaus „ambulant“ entbunden. Im Taxi starrte ich mein Kind an und es starrte mich an, aus diesen riesengroßen Augen. Dieser neue Mensch! Dieses neue Leben! Draußen war es kalt und es schneite, ich quälte mich die Treppen hoch, denn die PDA war noch spürbar, aber ich strahlte, ich war so glücklich!

Mein Sohn ist an einem Freitag zur Welt gekommen und bis Sonntag sperrten Papa, Mama und Mini-Baby sich zu Hause ein, niemand durfte zu Besuch kommen – außer die Hebamme. Wir kommunizierten viel mit Freunden und Familie, schickten Nachrichten und Bilder, aber wir wollten einfach für uns sein, kuscheln, uns ansehen und kennenlernen.

Es war wunderschön! Wir hatten in den Wochen vorher genug Lebensmittel gehortet, die Gefriertruhe war voll mit Vorgekochtem und allerlei Leckereien. Überhaupt hatten wir alles, was wir brauchen könnten, vorher besorgt und die Hebamme unterstützte uns täglich.
Denn natürlich waren wir auch unsicher. Der Nabel sieht komisch aus, das Kindspech – so nennt man den ersten, sehr dunklen und klebrigen Stuhlgang eines Babys – kommt immer noch, das Baby schreit, das mit dem Stillen ist doch schwerer als gedacht. Ich hatte irgendwie erwartet, das sei eine natürliche Gabe, aber man muss es wirklich lernen und wunde Brustwarzen sind am Anfang bei den meisten normal.
All das erklärte mir die Hebamme, die jeden Tag kam, ihr Support hat völlig gereicht und ich war so froh, dass erst am Montag der erste Besuch kam. Ich glaube sogar, dass es gut war, nur EINE Meinung zu haben. Mutter und Schwiegermutter, Freunde und verschiedene Schwestern im Krankenhaus können direkt nach der ersten Geburt auch ganz schön verunsichern! In unserem Umfeld waren alle zum Glück voller Verständnis dafür, dass wir erst mal unsere Ruhe wollten, sie reihten sich geduldig in die lange Warteliste ein. Heutzutage kann man ja auch schon mal ein Foto und eine kleine Nachricht herumschicken, also kein Grund zur Eile!

Ruhe, wenn Ruhe benötigt wird.

Das sind auch eigentlich meine einzigen Ratschläge für alle, denen die erste Geburt noch bevorsteht. Bereitet euch gut vor und entscheidet erst, nachdem der neue Mensch geboren ist, wer wann zu Besuch kommen darf. Ich kenne Geschichten von Familien, bei denen schon Oma, Schwester, Neffen und Nichten zu Hause warteten, als die Mutter völlig fertig nach Hause kam. Vielleicht traumatisiert von einer schweren Geburt oder einem Not-Kaiserschnitt, vielleicht gezeichnet von Brustentzündungen und Stillproblemen, vielleicht postnatal depressiv. Alles Dinge, die völlig normal sind, richtig oft vorkommen und bei denen die Familie eine große Hilfe sein kann, aber eben auch eine unheimliche Belastung. Je nachdem, wie bei euch der Familienzusammenhalt ist, würde ich immer von Fall zu Fall entscheiden. Ob der Besuch noch im Krankenhaus stattfindet oder erst zu Hause, ist natürlich auch von Fall zu Fall verschieden. Ich fand es damals großartig, sofort zu Hause zu sein, andere bleiben lieber ein paar Tage in der Klinik. Ein Familienzimmer kann hier eine tolle Sache sein!

Irgendwann heißt es jedoch für jede kleine Neu-Familie: zurück in die eigenen vier Wände. Die Wohnung fühlt sich dann erst mal völlig neu an. Zumindest ging es mir so, ich habe beim Betreten des vertrauten Umfelds erst so richtig gespürt, wie anders jetzt alles ist, wie sich unser Leben verändert hatte und wie anders es noch werden würde. Schließlich hatten wir einen kleinen, neuen Mitbewohner mitgebracht, der – und auch das wurde mir erst jetzt bewusst – für immer bleiben würde!
Einmal zu Hause gilt, wie gesagt: Vorbereitung ist das A und O. Eine Hebamme für die Nachsorge sollte organisiert sein. Man braucht Windeln, Binden, Quark und Kohl (für schmerzende Brüste). Eventuell eine Milchpumpe, Fläschchen und Pre-Milch, Baby-Klamotten, viele Spucktücher, Wickelunterlagen, Stilleinlagen. Und der Kühlschrank sollte bis oben hin voll sein oder man hat genug Bares für Order-in zu Hause. In unserem Fall mussten wir tatsächlich eine ganze Woche lang das Haus nicht verlassen. Großartig!

Wunderschönes Wochenbett!

Ich habe das Wochenbett wirklich fast nur positiv in Erinnerung. Aber obwohl das jetzt so unheimlich entspannt klingt – das war es auch –, war es dennoch eine wahnsinnig aufregende Zeit. Das erste Mal das Baby baden (hierfür eignet sich eine kleine Baby-Badewanne oder der Papa steigt mit in die Wanne, Mamas sollen direkt nach der Geburt noch nicht baden), das erste Mal nachts stillen (ein kleines Nachtlicht ist wichtig!). Das erste Mal allein wickeln (dabei gibt es oft Unfälle, hüst…), das erste Mal ein schreiendes Kind beruhigen.
Viele Unsicherheiten begleiteten uns: Die Augen sind so verklebt, ist das normal? (Ja, und Augentrost hilft.) Das Baby wird gelb! Ist das schlimm? (In den meisten Fällen nicht, rausgehen hilft. Wenn es zu stark wird, sagt euch das die Hebamme. Dann muss man wohl leider auch zurück ins Krankenhaus.) Die Nachwehen kommen immer beim Stillen – auch das ist völlig normal.

Ich würde allen Neu-Mamas empfehlen, sich gut auf das Wochenbett vorzubereiten und es dann auch wirklich in vollen Zügen zu genießen. Man sagt: eine Woche im Bett und eine Woche ums Bett herum. Und insgesamt sechs bis acht Wochen Ruhe-Modus. Ich bewegte mich wirklich noch viele weitere Wochen nur ums Bett herum, mein Körper brauchte das, der Beckenboden tat immer noch weh, die Wunden mussten heilen. Jeden Tag kamen größere Spaziergänge dazu, aber ganz langsam. Bei einem Kaiserschnitt würde ich sogar noch mehr Zeit einplanen, es ist eine große Operation und der Körper muss sich nicht nur von der Schwangerschaft sondern auch von der Geburt regenerieren.

Baby-Flitterwochen …

Ich mag das Wort „Baby-Flitterwochen“ für das Wochenbett. Denn wenn man Glück hat, ist es genau das: Mit einem Menschen, mit dem man gerade den Bund fürs Leben eingegangen ist, verbringt man viel Zeit ganz nah. Man lernt sich immer besser kennen. Und verliebt sich von Tag zu Tag mehr …

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