Wie dein Baby schlafen lernt

Neugeborene haben einen ganz anderen Schlafrhythmus als Erwachsene: Während Erwachsene üblicherweise nur einmal in 24 Stunden schlafen (nämlich nachts), wechseln sich bei Babys mehrere kürzere Schlaf- und Wachphasen ab. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht macht sich dann nur daran bemerkbar, dass die Schlafphasen nachts etwas länger sind. Mit der Zeit verändert sich das hin zu einem erwachsenen Schlaf-Wachrhythmus.

Wie viel schlafen Babys?

Neugeborene schlafen durchschnittlich 14,5 von 24 Stunden. Es gibt allerdings sehr große individuelle Unterschiede, die von 9 bis 19 Stunden täglich reichen.
Nach und nach ändert sich das Schlafverhalten und immer mehr Schlafzeit wird auf die Nacht verlegt. Mit einem halben Jahr schlafen Babys im Schnitt nur noch drei Mal am Tag, mit einem Jahr sind es nur noch 2 Nickerchen am Tag und mit anderthalb Jahren reicht normalerweise ein einziger Mittagsschlaf aus.

Wie lange schlafen Babys?

Tagsüber schlafen Neugeborene etwa 2-4 Stunden am Stück, nachts liegt der Schlafbedarf bei vier bis sechs Stunden, normalerweise eher bei 2-3. Mit der Zeit verlängert sich der nächtliche Schlaf, während die täglichen Nickerchen sich verkürzen. Meist dauert es ein halbes Jahr, bis das Baby durchschläft.

Wie und wo sollten Babys schlafen?

Es ist sehr wichtig, dass dein Kind eine geeignete und sichere Schlafumgebung hat. Denn so wird das Risiko für den Plötzlichen Kindstod stark gemindert. Wichtig ist dabei insbesondere, dass die Atmung deines Babys nicht beeinträchtigt wird und es nicht überhitzt.

So sieht die optimale Schlafumgebung für dein Baby aus – zusammengestellt anhand der Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

  • Lage. Dein Baby sollte nur auf dem Rücken schlafen. So kann es ungehindert atmen. Am besten liegt es mit den Füßen nah am Bettende, denn dann kann es nicht so leicht unter das Bettzeug rutschen.
  • Bettzeug. Hier gilt: Weniger ist mehr. Beispielsweise solltest du auf ein Kopfkissen für dein Baby verzichten. Besser als eine Decke ist ein Schlafsack, der nicht über den Kopf rutschen kann. Zusätzliche Decken, Tücher, Felle, große Stofftiere oder Kissen gehören nicht ins Bett. Sie könnten zu Überwärmung oder verminderter Luftzirkulation führen. Auch Wärmflaschen und Heizkissen sind tabu.
  • Kleidung. Zum Schlafen sollte dein Baby nicht zu dick angezogen sein. Eine Windel, Unterwäsche und ein Schlafanzug sind ausreichend, im Sommer genügt sogar ein Body über der Windel.
  • Bett. Am besten ist es, wenn dein Baby ein eigenes Bett hat, oder ein Beistellbett, das ans Elternbett angedockt wird. Wenn dein Kind im Elternbett schlafen soll (was besonders beim Stillen praktisch ist), müssen einige zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden.
  • Standort. Im ersten Jahr kann das Babybett im Schlafzimmer der Eltern stehen. So bist du ganz in der Nähe. Zudem wirken sich die Atemgeräusche der Eltern positiv auf den Atemrhythmus des Babys aus. Achte darauf, dass das Bettchen weder an einer Heizung noch in der Sonne steht. 
  • Raumklima. Eine Raumtemperatur von 16-18° ist ideal. Das Zimmer sollte mindestens einmal am Tag bei vollständig geöffnetem Fenster gelüftet werden. Natürlich darf in dem Zimmer nicht geraucht werden, am besten wird in der ganzen Wohnung nicht geraucht.

Warum will mein Baby nicht schlafen?

In den ersten Wochen und Monaten ist der unregelmäßige Schlafrhythmus noch völlig normal. Das hat verschiedene Gründe:

  • Der Schlaf-Wach-Rhythmus muss sich erst noch entwickeln.
  • Babys brauchen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße sehr viel Energie. Eine Still- oder Flaschenmahlzeit hält jedoch nur wenige Stunden vor.
  • Die verschiedenen Schlafstadien sind bei einem Baby kürzer. Zwar lässt sich Babys Schlaf auch schon in REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf (der wiederum weitere Stadien beinhaltet) unterteilen. Doch während bei einem Erwachsenen ein Durchlauf der Stadien 1,5 Stunden dauert, sind es bei einem Neugeborenen nur rund 50 Minuten.

Wenn du glaubst, dass dein Schatz darüber hinaus Schlafprobleme hat und schwer einschlafen kann, kannst du den Kinderarzt um Rat fragen. Das gilt insbesondere, wenn dein Baby schnarcht – das könnte auf Atemprobleme im Schlaf hindeuten.

Was hilft beim Durchschlafen?

Du kannst deinem Baby dabei helfen, seinen Schlafrhythmus zu lernen und nachts durchzuschlafen. Dabei solltest du die Schlafgewohnheiten dem Alter des Babys anpassen.

Mit diesen Tipps schläft dein Baby bald durch:

  • Abendritual. Kinder und Babys lieben Rituale mit festen, vorhersehbaren Abläufen. Finde für dein Baby ein geeignetes Einschlafritual. Als besonders hilfreich haben sich dabei das Baby Baden und die Babymassage herausgestellt. Beides entspannt dein Kind und hilft ihm dabei, länger zu schlafen. Einleiten kannst du das Ritual mit dem abendlichen Füttern, was deinem Baby ebenfalls beim Schlafen hilft.
  • Tag und Nacht trennen. Hilf deinem Baby dabei, Tag und Nacht zu unterscheiden. Der Schlafplatz sollte beispielsweise nicht zum Spielen genutzt werden. Wenn du dein Baby nachts füttern oder wickeln musstest, verhältst du dich am besten anders als tagsüber: Mach nur ein kleines Licht (zum Beispiel ein Nachtlicht) an, verhalte dich still und ziehe die Abläufe nicht in die Länge. Hebe dir Kitzelspiele und Plaudereien lieber für tagsüber auf. 
  • Mittagsschlaf im Rahmen halten. Wenn dein Baby 6 Monate alt ist, sollte es tagsüber 2 Nickerchen von etwa 1,5 Stunden halten. Wenn es länger schläft, kannst du es sanft wecken. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl und Dauer an Nickerchen ab. Achte auch darauf, dass das Nickerchen am Nachmittag nicht zu spät ist, es sollte lieber am frühen Nachmittag sein.
  • Geeignete Schlafumgebung. Eine kühle, ruhige und dunkle Schlafumgebung hilft deinem Baby, dass es einschläft und auch durchschläft.
  • Wach ins Bett legen. Am liebsten schläft dein Baby natürlich in deinem Arm ein. Doch ganz allmählich solltest du es daran gewöhnen, nachts allein einzuschlafen. Zunächst kannst du es hinlegen, wenn es schon sehr schläfrig ist. Wenn möglich, solltest du es danach nicht mehr auf den Arm nehmen, sondern anderweitig trösten (falls nötig).

Quellen:

1 N. Datta & S. Vella (2009): Der Schlaf des Kindes, Schlafstörungen und deren Abklärungen, PAEDIATRICA Bd. 20 Nr. 5, S. 21.-29.

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