Die Babyhaut
Die Babyhaut
Die Haut: Unser größtes Sinnesorgan
Die Haut: Unser größtes Sinnesorgan
Das klingt erst einmal überraschend, doch die Haut ist unser
größtes Organ. Sie hat viele wichtige Aufgaben – und großen
Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Das gilt erst recht für Ihr Baby. Denn die wunderbar zarte
Babyhaut ist tatsächlich etwas ganz Besonderes.
größtes Organ. Sie hat viele wichtige Aufgaben – und großen
Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Das gilt erst recht für Ihr Baby. Denn die wunderbar zarte
Babyhaut ist tatsächlich etwas ganz Besonderes.


Die Haut – Schicht für Schicht ein Wunderwerk
„Ich fühl’ mich wohl in meiner Haut!“ Wenn wir sagen möchten, dass es uns rundum gut geht, benutzen wir gerne dieses Bild. Und drücken damit zugleich aus, wie wichtig gesunde Haut für unser Wohlbefinden ist. Kein Wunder: Die Haut ist unser größtes Organ. Sie ist Außengrenze und Schutzschild – aber auch ein wunderbar empfindsames Sinnesorgan.
und Fußsohlen bis zu mehrere mm dick. Die Oberhaut hat weder Blutgefäße noch Nerven. Sie erhält Nährflüssigkeit aus der unter ihr liegenden Lederhaut.
Da die Oberhaut unsere direkte Kontaktfläche zur Außenwelt bildet, ist es wichtig, dass ihre vorderste Barriere intakt ist. Diese heißt Horn- oder Keratinschicht (Stratum corneum). Sie besteht aus einer zähen, recht undurchdringliche Schicht toter und verhornter, schuppenähnlicher Zellen. Ist die Hornschicht voll entwickelt, sind ihre Zellen dicht gepackt und 20 bis 25 Zellreihen dick. Bei Babys allerdings ist die Hornschicht ca. 30% dünner*, die Zellen der Hornschicht kleiner, lockerer gepackt und überlappen sich noch nicht. Die intakte Hornschicht bietet einen hochwirksamen Schutz – solange sie elastisch bleibt. Dafür sorgt aus der Lederhaut nach oben hin abgesondertes Wasser. Häufig – und das gilt besonders für Babys – benötigt die Hornschicht aber zusätzlichen Schutz gegen Reizstoffe und viel Feuchtigkeit, damit sie geschmeidig bleibt.
Unterhautfettgewebe liegen Nervenenden, die auf Berührungsreize ansprechen. In der Unterhaut verlaufen zudem große Teile des verzweigten Gefäßnetzes, das die gesamte Haut versorgt. Dieses Gefäßnetz hat eine lebenswichtige Rolle bei der Temperaturregelung: Steigt die Körpertemperatur zu sehr an (etwa bei Fieber), erweitern sich die Blutgefäße in der Haut. So zirkuliert mehr Blut an der Körperoberfläche und der Körper kann Wärme nach außen abgeben. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße in der Haut zusammen, damit der Organismus möglichst wenig Wärme verliert.
Schutz: Der hauteigene Säureschutzmantel (ein Schutzfilm aus Sekreten der Talg- und Schweißdrüsen sowie verhornten Zellen) verhindert, dass Bakterien und Pilze die Haut befallen. Er kann giftige Stoffe aufnehmen, dient als „Schmiermittel“ für die Hornschicht. Letztere kann, solange sie intakt ist, Krankheitserreger, Parasiten und viele schädliche Chemikalien einfach abblocken. Bei Erwachsenen hat der hauteigene Säureschutzmantel einen pH-Wert von ca. 5,5 (saurer Bereich), das hemmt das Wachstum von Bakterien. Bei Neugeborenen liegt der pH-Wert der Haut im neutralen Bereich von 7.
Der Hautfarbstoff Melanin verhindert, dass schädliche UV-Strahlen in die Haut eindringen können.
Sollten alle anderen Verteidigungsmechanismen versagen, hat die Haut noch eine Reserve: Phagozyten oder Fresszellen, die Bakterien fressen und zerstören.
Ausscheidungen: Die Haut sondert große Mengen an Wasser und Salz sowie kleine Mengen Harnstoff und Laktat ab. Das hilft, unseren Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.
Temperatursteuerung: Damit unser Organismus optimal arbeitet, darf die Körpertemperatur nicht zu hoch ansteigen. Der Körper reguliert dies durch Schwitzen: Verdunstet der Schweiß auf der Hautoberfläche, wirkt das kühlend.
Sinneswahrnehmung: Über die Haut nehmen wir Hitze, Kälte, Druck, Vibration, Berührung und Schmerz wahr. Diese unterschiedlichen Eindrücke helfen uns wahrzunehmen, was um uns herum vorgeht, und darauf zu reagieren. Sinneseindrücke über die Haut haben für Babys eine besondere Bedeutung: Sie ermöglichen es ihnen, sich ohne Worte mit anderen zu verständigen, ihre Umwelt kennen zu lernen. Beides fördert die Entwicklung Ihres Babys. Das kindliche Gehirn befindet sich ja noch im Wachstum. Es braucht vielfältige Sinneseindrücke wie die Berührungsreize für seine optimale Entwicklung.
* Stamatas GN et al. (2009): Infant Skin Microstructure Assessed In Vivo Differs from Adult Skin in Organization and at the Cellular Level. Ped Dermatol (Pediatric Dermatology 1–7, 2009)
Jede Hautschicht hat ihre Besonderheit
Anhand ihrer Funktionen lässt sich die Haut in 3 Schichten unterteilen: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis oder Corium) und Unterhaut (Subkutis). Wie dick und wie gut entwickelt diese Schichten sind, hängt von verschiedenen Dingen ab, etwa Geschlecht und Alter. So ist z.B. Männer- anders als Frauenhaut und Baby- anders als Erwachsenenhaut.Die Oberhaut (Epidermis)
Die Oberhaut (Epidermis) ist die äußerste Hautschicht. Sie ist papierdünn, enthält aber dennoch verschiedene Schichten dick gepackter Zellen. Die Epidermis schützt uns gegen äußere Einflüsse. Fast überall ist sie einige 100stel mm dünn, nur an den Handflächen
und Fußsohlen bis zu mehrere mm dick. Die Oberhaut hat weder Blutgefäße noch Nerven. Sie erhält Nährflüssigkeit aus der unter ihr liegenden Lederhaut. Da die Oberhaut unsere direkte Kontaktfläche zur Außenwelt bildet, ist es wichtig, dass ihre vorderste Barriere intakt ist. Diese heißt Horn- oder Keratinschicht (Stratum corneum). Sie besteht aus einer zähen, recht undurchdringliche Schicht toter und verhornter, schuppenähnlicher Zellen. Ist die Hornschicht voll entwickelt, sind ihre Zellen dicht gepackt und 20 bis 25 Zellreihen dick. Bei Babys allerdings ist die Hornschicht ca. 30% dünner*, die Zellen der Hornschicht kleiner, lockerer gepackt und überlappen sich noch nicht. Die intakte Hornschicht bietet einen hochwirksamen Schutz – solange sie elastisch bleibt. Dafür sorgt aus der Lederhaut nach oben hin abgesondertes Wasser. Häufig – und das gilt besonders für Babys – benötigt die Hornschicht aber zusätzlichen Schutz gegen Reizstoffe und viel Feuchtigkeit, damit sie geschmeidig bleibt.
Die Lederhaut
Die Lederhaut (Dermis oder Corium) liegt unter der Oberhaut und ist die dickste Hautschicht. Sie schützt den Körper vor mechanischen Einwirkungen und Temperaturschwankungen. Sie ist von Gefäßen und Nerven durchzogen und enthält Collagen-Fasern, die der Haut ihre Spannkraft geben. Verwoben mit Elastin macht das Netz der Kollagenfasern die Haut elastisch und hält sie in Form. Die vielen spezialisierten Nervenenden in der Lederhaut tragen maßgeblich dazu bei, dass wir Berührungen wahrnehmen. Auch die Keimzellen des Haares (Haarfollikel) sowie die Schweiß- und Talgdrüsen sitzen in der Lederhaut. Sie trägt daher durch das Schwitzen zur Temperatursteuerung des Organismus bei. Die Sekrete der Talg- und Schweißdrüsen sind außerdem wesentliche Bestandteile des natürlichen Säureschutzmantels der Haut.Die Unterhaut
Die Unterhaut (Subkutangewebe) isoliert die tiefer liegenden Körperschichten gegen Hitze, Kälte und mechanischen Druck. Sie besteht aus lockeren Bindegewebsbündeln, welche die Fettzellen umgeben. Auch im
Unterhautfettgewebe liegen Nervenenden, die auf Berührungsreize ansprechen. In der Unterhaut verlaufen zudem große Teile des verzweigten Gefäßnetzes, das die gesamte Haut versorgt. Dieses Gefäßnetz hat eine lebenswichtige Rolle bei der Temperaturregelung: Steigt die Körpertemperatur zu sehr an (etwa bei Fieber), erweitern sich die Blutgefäße in der Haut. So zirkuliert mehr Blut an der Körperoberfläche und der Körper kann Wärme nach außen abgeben. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße in der Haut zusammen, damit der Organismus möglichst wenig Wärme verliert. Ein Organ mit erstaunlich vielen Funktionen
Unsere Haut ist also ein vielschichtig aufgebautes Organ – mit zahlreichen und ganz verschiedenen Aufgaben. Zusammengefasst sind ihre wichtigsten Funktionen:Schutz: Der hauteigene Säureschutzmantel (ein Schutzfilm aus Sekreten der Talg- und Schweißdrüsen sowie verhornten Zellen) verhindert, dass Bakterien und Pilze die Haut befallen. Er kann giftige Stoffe aufnehmen, dient als „Schmiermittel“ für die Hornschicht. Letztere kann, solange sie intakt ist, Krankheitserreger, Parasiten und viele schädliche Chemikalien einfach abblocken. Bei Erwachsenen hat der hauteigene Säureschutzmantel einen pH-Wert von ca. 5,5 (saurer Bereich), das hemmt das Wachstum von Bakterien. Bei Neugeborenen liegt der pH-Wert der Haut im neutralen Bereich von 7.
Der Hautfarbstoff Melanin verhindert, dass schädliche UV-Strahlen in die Haut eindringen können.
Sollten alle anderen Verteidigungsmechanismen versagen, hat die Haut noch eine Reserve: Phagozyten oder Fresszellen, die Bakterien fressen und zerstören.
Ausscheidungen: Die Haut sondert große Mengen an Wasser und Salz sowie kleine Mengen Harnstoff und Laktat ab. Das hilft, unseren Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.
Temperatursteuerung: Damit unser Organismus optimal arbeitet, darf die Körpertemperatur nicht zu hoch ansteigen. Der Körper reguliert dies durch Schwitzen: Verdunstet der Schweiß auf der Hautoberfläche, wirkt das kühlend.
Sinneswahrnehmung: Über die Haut nehmen wir Hitze, Kälte, Druck, Vibration, Berührung und Schmerz wahr. Diese unterschiedlichen Eindrücke helfen uns wahrzunehmen, was um uns herum vorgeht, und darauf zu reagieren. Sinneseindrücke über die Haut haben für Babys eine besondere Bedeutung: Sie ermöglichen es ihnen, sich ohne Worte mit anderen zu verständigen, ihre Umwelt kennen zu lernen. Beides fördert die Entwicklung Ihres Babys. Das kindliche Gehirn befindet sich ja noch im Wachstum. Es braucht vielfältige Sinneseindrücke wie die Berührungsreize für seine optimale Entwicklung.
* Stamatas GN et al. (2009): Infant Skin Microstructure Assessed In Vivo Differs from Adult Skin in Organization and at the Cellular Level. Ped Dermatol (Pediatric Dermatology 1–7, 2009)




















































