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Rituale gliedern den Tag und geben Sicherheit
Die vielen großen und kleinen Rituale des Familienalltags sind gerade für Babys und Kinder sehr wichtig. Sie dienen ihnen als Orientierungshilfe und erleichtern es Ihrem Kind, sich darauf einzustellen, was als nächstes kommt. Meistens entstehen typische Familienrituale daher an den Stellen im Tagesablauf, die eine Art Übergang darstellen. Ein beliebtes Morgenritual sind zum Beispiel ein paar Kuschelminuten mit dem Baby, bevor der Tag beginnt. Oder der extra dicke Abschiedskuss, gefolgt von eifrigem Winken, wenn Mama oder Papa in die Arbeit gehen. Und abends signalisiert dann die Spieluhr am Bettchen: Jetzt ist Schlafenszeit!

Auch für Eltern sind diese kleinen Alltagsrituale sehr hilfreich: Sie sind wie Stationen, die Ihr Familienzug den Tag über anfährt. Und da jeder weiß, wofür die einzelnen Stationen stehen, geht vieles fast von selbst. Das erleichtert es Ihnen auch, Ihr etwas größeres Kind ans Mithelfen oder an gute Hygienegewohnheiten heranzuführen. Mama fängt an, den Tisch zu decken? Nichts wie hin – die Sets an den richtigen Platz zu legen, ist ja meine Aufgabe! Schlafanzug an? Okay, dann ist jetzt das abendliche Zähneputzen dran.

Viele schöne Gewohnheiten entstehen von ganz alleine
Im täglichen Zusammenleben entwickeln sich viele Lieblingsrituale von selbst. Zum Beispiel genüssliche Kitzel- und Schmusespiele beim Wickeln: Hat Ihr Baby signalisiert, dass es die mag, werden Sie beide sich diesen Spaß bestimmt so oft wie möglich gönnen. Und schon ist eine schöne Gewohnheit daraus geworden.

Ihre Gefühle und die Reaktionen Ihres Kindes zeigen Ihnen, welche Rituale für Sie richtig sind. Erfahrungsgemäß gibt es in jeder Familie jeweils ein paar typische Mama- und Papa-Rituale. Kinder genießen das, denn so teilen sie mit jedem Elternteil eigene, innige Momente.

  • In der Babyzeit freuen sich viele Väter zum Beispiel aufs abendliche Baden ihres Kindes. Später nehmen sie sich nach dem Heimkommen vielleicht Zeit zum Spielen oder für das gemeinsame Anschauen eines Bilderbuchs. Häufig entwickeln sich typische Vater-Kind-Wochenendrituale. Das können Aktivitäten wir Basteln oder Spielplatzausflüge sein oder auch einfach das gemeinsame Brötchenholen am Samstagmorgen.
  • Mütter finden es zum Beispiel schön, sich mit Ihrem Kind zur entspannten Babymassage zurückzuziehen. Sie genießen das fröhliche Kuckuck-Spiel, wenn ihr Kind gut gelaunt aus dem Mittagsschlaf aufwacht. Oder sie freuen sich mit ihm auf den wöchentlichen Spieltreff mit anderen Müttern und Kindern: Auch solche regelmäßigen Ereignisse können schnell zu beliebten Highlights werden.

Übrigens: Rituale verändern sich mit Ihrem Kind und Ihrer Familie. Es wird also vorkommen, dass Sie oder Ihr Kind mit einer lieb gewonnenen Gewohnheit plötzlich nicht mehr klar kommen. Dann ist es Zeit, Neues zuzulassen, etwa das Gute-Nacht-Lied durch eine Gute-Nacht-Geschichte zu ersetzen.

Die gemeinsamen Mahlzeiten sind etwas Besonderes
Die gemeinsamen Mahlzeiten sind für Familien eine wunderbare Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen. Morgens geht es zwar oft eilig zu, und mittags sind häufig nicht alle daheim. Umso wichtiger ist dann die gemeinsame Abendmahlzeit. Kleine Rituale helfen, allen zu signalisieren, dass nun Familienzeit ist. Manche Familien sagen einen kleinen Begrüßungsspruch, geben sich die Hände oder sprechen ein kurzes Tischgebet, bevor die Mahlzeit beginnt. Andere stecken eine Kerze an oder stellen eine Blume auf den Tisch, um den besonderen Moment im Familienalltag zu würdigen. Schön ist es auch, am Wochenende in aller Ruhe ausgiebig zu frühstücken. Wenn Sie mögen, ruhig im Schlafanzug – als Signal dafür, dass es am Wochenende entspannter zugeht.

Feiertage erfordern etwas Diplomatie
Geburtstage und Festtage wie Ostern und Weihnachten sind gerade für Familien Höhepunkte im Jahr. Allerdings bringen Mama und Papa gerade hier meistens eigene Erinnerungen und Vorlieben mit. Daher gehen die Meinungen dazu, wie „richtig“ gefeiert wird, manchmal weit auseinander. Dann hilft es, alles auf Anfang zu stellen. Sie haben nun eine eigene Familie – und jede Familie hat ihre eigenen Gewohnheiten. Sind Osterhase und Christkind heimlich aktiv, bis alles fertig ist? Oder färben alle gemeinsam die Ostereier und schmücken den Weihnachtsbaum zusammen? Wollen Sie an Festtagen mit Freunden feiern oder mit Ihren Verwandten? Gibt’s schon zum Frühstück Geburtstagsgeschenke oder erst, wenn die Gäste da sind?

Am besten reden Sie darüber, was Ihnen wichtig ist und welche Elemente aus Ihrer eigenen Kindheit Sie mit Ihrem Kind wiederbeleben möchten. So findet sich am ehesten ein Kompromiss, den alle genießen können – und der zu Ihrer ganz eigenen Familientradition wird.
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